NEWS

Business Barometer

AmCham Business Barometer: Erhebung 2/2017

Das Geschäftsklima hat sich im September 2017 (2/2017) gegenüber März 2017 (1/2017) in den USA verschlechtert, während es sich in Österreich verbessert hat.

KEY FINDINGS

  • Das Geschäftsklima hat sich im September 2017 (2/2017) gegenüber März 2017 (1/2017) in den USA verschlechtert, während es sich in Österreich verbessert hat.
  • Die Verschlechterung des Geschäftsklimas in den USA ist sowohl auf die Verschlechterung der aktuellen Geschäftslage (2/2017: Saldo +37 vs. 1/2017: Saldo +68 -> -31 Prozentpunkte Differenz) als auch auf die eingetrübten Geschäftserwartungen zurückzuführen
    (2/2017: Saldo +24 vs. 1/2017: Saldo +41 -> -17 Prozentpunkte Differenz). Im September 2017 erwarten sich nur mehr 28% der Umfrageteilnehmer eine Besserung der Geschäftslage, hingegen gehen 69% von einer gleichbleibenden Entwicklung aus, 4% erwarten eine schlechtere Geschäftssituation in den kommenden sechs Monaten.
  • Das Geschäftsklima in Österreich wird von den US-Unternehmen vor Ort im September 2017 (2/2017: Saldo: +50) erstmals wieder günstiger (seit September 2013) eingestuft als jenes in den USA (2/2017: Saldo: +31). Dies zeigt sich sowohl für die Aktuelle Geschäftslage als auch für die Geschäftserwartungen.
  • Das Geschäftsklima in Österreich hat sich gegenüber März 2017 abermals aufgehellt (2/2017: 50 Saldo vs. 1/2017: Saldo +42 -> +8 Prozentpunkte Differenz). Die Erhebungsteilnehmer beurteilen ihre Aktuelle Geschäftslage im September 2017 deutlich besser als im März (2/2017: Saldo +62 vs. 1/2017: Saldo +46 -> +16 Prozentpunkt Differenz), die Geschäftserwartungen werden aber nur geringfügig oben revidiert (2/2017: Saldo +38 vs. 1/2017: Saldo +37  -> +1 Prozentpunkt Differenz). 39% der Umfrageteilnehmer haben positive Geschäftserwartungen und 59% erwarten einen gleichbleibenden und lediglich 1 % sieht einen schlechteren Geschäftsverlauf im kommenden Halbjahr in Österreich.
  • Das verbesserte Geschäftsklima führt in Österreich aber derzeit nicht zu einem verstärkten Beschäftigungsaufbau. Befragt nach ihren Beschäftigungsplänen gibt die Mehrzahl der Unternehmen an die Beschäftigtenzahl zwar zu erhöhen, der Saldo steigt im Vergleich zu 1/2017 aber nur leicht (2/2017: Saldo +14 vs. 1/2017: Saldo +8 -> +6 Prozentpunkte Differenz). Ausschlaggebend dafür ist, dass eine geringere Anzahl der Befragten Beschäftigung abbauen wollen (2/2017: 8% vs. 1/2017: 13%), aber die meisten den Beschäftigungsstand unverändert belassen wollen (2/2017: 70 % vs. 1/2017: 67 %).
  • Verbunden mit der Aufhellung des Geschäftsklimas ist die Entwicklung bei den Investitionsplänen der Umfrageteilnehmer. Zum dritten Mal in Folge steigt der Indikator auch im September 2017 und die Neigung zum Ausbau des Investitionsbestandes nimmt weiter zu (2/2017: Saldo +12 vs. 1/2017: Saldo +1 -> +11 Prozentpunkte Differenz). Der Anteil der Unternehmen, die ihren Investitionsbestand reduzieren möchten (9%) ist demnach deutlich kleiner als der jener Unternehmen, die expansive Absichten haben (21%).
  • Auch die Beurteilung der Standortattraktivität Österreichs durch US-Unternehmen verbessert sich aktuell deutlich. Der entsprechende Indikatorwert steigt per Saldo von +12 (1/2017) auf +25 (2/2017) und und erreicht damit den höchsten Wert seit Beginn der Erhebungen. 35% der Umfrageteilnehmer attestieren eine positive Standortqualität, während lediglich 10% die Standortqualität als schlecht bezeichnen.
  • Die Standortthemen Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Lebensqualität und Sicherheit, Lohnnebenkosten, Steuerbelastung von Unternehmen sowie Infrastruktur sind jene Themen, die für US-Unternehmen die höchste Bedeutung In der aktuellen Erhebung (2/2017) werden die Themen Bürokratische Anforderungen bei Förderansuchen und personenbezogene Steuern und Abgaben für Expatriates aktuell weniger bedeutsam eingeschätzt, das zentrale Thema scheint aber nach wie vor die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften zu sein. Die drei am günstigsten bewerteten Standortkriterien sind laut Befragungsteilnehmern Lebensqualität und Sicherheit, die Qualität der Infrastruktur und die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften. Diese sind zugleich auch wichtige Kriterien. Somit bleiben vor allem die Lebensqualität und Sicherheit sowie die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte die wichtigsten und günstigsten Standortkriterien. Einen Fokus aber bilden nach wie vor Lohnnebenkosten, Steuerbelastung und die Arbeitsmarktregulierung – allesamt sehr wichtige Standortkriterien. Diese werden aktuell jedoch nach wie vor schlecht bewertet und zeigen weiterhin bestehenden wirtschaftspolitischen Handlungsbedarf in Österreich auf.
  • Die aktuelle Standortpolitik Österreichs wird im September 2017 aus Sicht der Erhebungsteilnehmer unterdurchschnittlich eingestuft (d.h. Mittelwert 1/2017: 1, 44< Durchschnitt=1,5 – auf einer Skala von 0-3), hat sich aber gegenüber der März-Erhebung geringfügig verbessert (1/2017: 1,43). Im März 2017 beurteilen 43% der Erhebungsteilnehmer die Standortpolitik als „gut“ und 46% der Befragten bezeichnen diese als „mittelmäßig“. Der Anteil jener US-Unternehmen, welche die aktuelle Standortpolitik als „ausgezeichnet“ beurteilt, ist aber mit 4% geringer als der Anteil der „schlechten“ Bewertungen in Höhe von 7%.

 

SONDERFRAGEN

Die US-Regierung verschärfte jüngst die Sanktionen gegen Russland. Aus diesem Grund zielten die Sonderfragen im September 2017 auf die erwarteten Auswirkungen dieser Maßnahme auf die Wirtschaft der EU und die standortpolitischen Implikationen für Österreich ab.

  • Die Verschärfung amerikanischer Sanktionen gegen Russland hat laut 60% der befragten Unternehmen eher negative Auswirkungen auf die Wirtschaft der Europäischen Union. Beachtenswert ist ferner, dass sich 23% dazu nicht äußern. Weitere 2% erwarten sehr negative Effekte, 7% erwarten eher positive und 6% erwarten gar keine Auswirkungen.
  • In Bezug auf die Effekte der Verschärfung der Sanktionen auf das eigene Unternehmen am Standort Österreich werden von 28 % eher negative Effekte erwartet, während 52 % gar keine Auswirkungen sehen. 20 % der Befragten äußern sich nicht bzw. geben keine Angabe.
  • Fazit: Die befragten US-Unternehmen gehen tendenziell von negativen Auswirkungen der Verschärfung der Sanktionen gegenüber Russland auf die Wirtschaft der EU aus. Auf der Unternehmensebene ist die Betroffenheit von US-Unternehmen in Österreich weitaus geringer, mehr als die Hälfte der Befragten erwarten gar keine Auswirkungen.

 

Finden sie den ausführlichen AmCham Business Barometer 2/2017 hier:

DEUTSCH
ENGLISH